Westdeutsche Zeitung vom 18.12.2000
Foto: Dirk Thomé
Tanz, Gesang und Musik - Die Darsteller und Musiker des Musical "Canto" überzeugten in allen Belangen
Bei der Premiere des Musicals „Canto“ gab es 15 Minuten lang stehende Ovationen für die Beteiligten.
Von Daniel Theus - Hilden. Arbeit kann schön sein; vor allem, wenn sie den Beteiligten Spaß macht und am Ende von Erfolg gekrönt ist. Dass die an der Entstehung des Musicals „Canto und das Geheimnis des Tritonus“ beteiligten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen an ihrer Arbeit Spaß haben, zeigte sich bereits bei den zahlreichen Proben im Laufe des Jahres - und am Samstagabend stellte sich dann auch der Erfolg ein:
Wie voll die Stadthalle bei der Premiere des Stückes sein wird war spätestens klar, als vorige Woche bekannt wurde, dass alle Karten verkauft seien. Dass aber bereits pünktlich zum Einlass um 18 Uhr der Saal aus allen Nähten platzte, überraschte doch ein wenig. Rund 750 Zuschauer – unter ihnen Bürgermeister Günter Scheib und Kulturdezernent Reinhard Gatzke – hatten das Glück gehabt, noch eine der begehrten Karten zu ergattern; und sie warteten gespannt auf den Beginn der Veranstaltung, mit der das „Kulturjahr 2000“ gekrönt wird.
Auch hinter der Bühne herrschte Hochspannung: „Ich bin ein wenig angespannt“, räumte Musikschulleiter Karl Hentschel ein, und auch Matthias Kaufmann, der Dirigent des Sinfonieorchesters für den musikalischen Part verantwortlich ist, war ein wenig aufgeregt. Das größte Lampenfieber hatte jedoch ein Anderer: Musikschullehrer Sandor Pergel, der bereits zwei Stunden vor seinem Auftritt im kompletten „Tritonus“-Kostüm auf und ab lief. Doch all das legte sich schnell, als die Schauspieler – es war die erste von zwei Besetzungen – die Bühne betreten hatten und merkten, mit wie viel Applaus das Publikum auf sie wartete.
Alles lief glatt ab – selbst die Fernsehkameras vermochten die Künstler nicht mehr aus der Ruhe zu bringen. Auch das Sinfonieorchester, Band und Chor lieferten ein Super-Ergebnis ab, denn einen schauspielerischen Kontext mit Musik zu untermalen, ist schon eine Meisterleistung. Die Premiere von „Canto“ war trotz allen Lampenfiebers ein Riesenerfolg für die Beteiligten vor, auf und hinter der Bühne, den das Publikum nach knapp zwei Stunden auch mit 15 Minuten „Standing Ovations“ gebührend belohnte.
„Das ist wie Kinder groß ziehen; irgendwann haben sie die Reife, in die Welt zu gehen“, freute sich Barbara Engelmann-Bason, die als Autorin des Stückes mit ganz besonders großem Elan bei der Sache war. Doch noch ist die Arbeit für die fast 400 Beteiligten nicht zu Ende: Heute, morgen und am Mittwoch finden weitere „Canto“- Aufführungen statt. Hinzu kommen am Dienstag- und Mittwochmorgen noch zwei Schulveranstaltungen.